Der Sinn des Lebens

Ich schreibe zu diesem Thema nicht, um jemanden zu belehren und Weisheiten zu verteilen, sondern möchte über meinen eigenen Weg sprechen, wie ich den Sinn in meinem Leben definiert habe.

 

Es wird viel nach diesem Sinn gefragt, viel darüber philosophiert und diskutiert. Allerdings scheinen sich da die Meinungen gewaltig zu trennen, was mich immer verwirrte, denn ich hoffte, in den Meinungen Anderer meine Antwort auf diese Frage zu finden. Letztes Semester schrieb ich eine Hausarbeit zu dem Thema Identitätsfindung bei Adoleszenten und stellte bei meinen Recherchen fest, dass die Suche nach Antworten auf mehrere solcher Grundfragen des Lebens, typisch für das Heranreifen ist. Ich las auch häufig, dass jeder Mensch in seiner Jugend so genannte Identitätskrisen überstehen und bewältigen muss, um sich selbst zu finden. Dabei stellt sich jeder die Frage, welchen Platz er in dieser Welt hat, oder welchen er später mal einnimmt. Man kommt in der Adoleszenz nicht um solche Fragen herum, es ist ein wichtiger Prozess, den wir alle durchschreiten müssen/mussten. Damals stellte auch ich mir die Frage, was meine Rolle auf dieser Erde ist. Ich war immer wieder davon fasziniert, dass ich am Leben war, dass ich leben durfte- ausgerechnet ich! Aber warum? Ich verstand aufgrund meiner Religion, dass wir alle gewollt sind und dass Jeder von uns wichtig ist. Allerdings viel es mir schwer, zu glauben, dass das wirklich so sein sollte, denn im Vergleich zu der Menge an Menschen auf dieser Welt, kam ich mir doch so klein und unbedeutend vor. Ich hielt trotzdem daran fest, dass ich von Gott gemacht worden bin, um jemand Bestimmtes zu sein. Ich gab mich damit ab, dass ich dementsprechend erstmal mich selber kennen lernen musste, um meine Aufgabe zu erkennen. Ich beließ es dabei und wartete auf den Augenblick der Weisheit. Dieser kam erst, als ich schon längst dabei war, diese Aufgabe zu erfüllen. Ich kann nicht sagen, woher dieser Gedanke auf einmal kam, jedoch war mir Folgendes glasklar geworden:

                 

Der Sinn des Lebens besteht für mich aus der Tatsache, dass wir schlechte Dinge erleben und diese überwinden müssen. Kein Mensch kommt an dunklen Tagen vorbei, jeder musste schon einmal stark bleiben und jeder ging Wege, die einen wieder glücklich machten. Der typische Lauf des Lebens eben. Oft hört man die Frage, warum es so viel Schlechtes auf dieser Welt gibt. Meine persönliche Antwort darauf ist, dass wir nur durch das Schlechte, das Gute zu schätzen wissen. Ohne das Böse, gäbe es nichts Gutes. Ohne die Herausforderungen gäbe es kein Glück. Um daraus das Positive zu ziehen, ist es demnach wichtig, sich auf das Gute zu konzentrieren. Es wird an jedem dunklen Regentag mindestens eine Sache geben, die wunderschön ist. Sei es auch nur ein Lächeln, eine gemütliche Tasse Tee auf der Couch, ein gutes Buch oder eine kleine aufgegangene Knospe. Das Gute wird immer siegen und so ist es von Bedeutung, niemals die Hoffnung aufzugeben. Man muss manchmal nur die Augen weiter öffnen und sensibel dafür machen. Um mich darin zu

üben, legte ich ein kleines Notizheft an und schrieb immer wieder einige dieser kleinen schönen Dinge hinein. Mit einer solch optimistischen Einstellung macht man sich nicht nur selbst das Leben einfacher, sondern auch das der Menschen in seiner Umgebung. Heute stand ich in einem vollen Bus und ich hatte kaum Platz zum Festhalten. Ich wusste, dass ich nichts an dieser Situation ändern konnte und konzentrierte mich darauf, dass die Wolken draußen rosarot wie Zuckerwatte waren, da sie von der untergehenden Sonne angeleuchtet wurden und musste lächeln. Eine ältere Dame stand mir gegenüber und beobachtete mich. Als ich dies bemerkte und sie ansah, lächelte auch sie. Es hatte sie offensichtlich angesteckt und erst als sie kurz darauf ausstieg, verschwand ihr Lächeln langsam wieder. Ein kleines Lachen reicht, um sich besser zu fühlen, und wenn Fremde wegen einem heiterer werden, umso besser! Wer weiß, was ein solch kurzes Glücksgefühl bei der nächsten Entscheidung eines Menschen für eine Rolle spielt. Ich bin fest davon überzeugt, dass es mehr

bewirken kann als wir denken.

 

Ein kurzer Einwurf: Zudem sollte man immer freundlich zu Menschen sein,

auch wenn sie noch so genervt aussehen, denn man weiß nie, welchen Kampf

sie kämpfen. Die Freundlichkeit wird immer gegen die Griesgrämigkeit

siegen, immer!

            

Zurück zum Sinn des Lebens: Wie ich auch schon früher lernte, waren wir alle gewollt (von den Eltern, von der Natur), sonst wären wir nicht auf der Erde. So wie wir sind, in unserer gesamten Unvollkommenheit, sind wir dennoch was Besonderes, einzigartig und haben einen Platz im Leben eingenommen. Jeder hat seine eigenen Stärken, seine eigenen Vorlieben und eine ganz eigene Persönlichkeit, die man so schnell nicht ändern kann. Wir sind wie wir sind, und sollten genau der Mensch sein, der wir sein wollen. Ich schrieb schon einmal darüber, dass wir uns hinsichtlich dessen, nicht von Anderen negativ  beeinflussen lassen sollten. Wir sind genau so geraten, wie Gott es wollte. Wer nicht religiös ist, kann das an dieser Stelle auf die Biologie schieben, die sich genau die Gene, die uns ausmachen, ausgesucht hat. Ganz egal, wir wurden von etwas geschaffen, das größer ist als wir es sind. Wir haben darauf keinen Einfluss. Was wir aber tun können und meiner Meinung nach tun sollten, ist wir selber zu sein, mit jeder Faser unseres Körpers das zu leben, was wir sind und dankbar für uns zu sein. Nur so gehen wir den für uns persönlich vorgesehenen Weg.

Zusammengefasst besteht der Sinn des Lebens für mich darin, an das Gute zu glauben, den Glauben niemals zu verlieren, man selbst zu sein, das Leben zu genießen und Andere positiv zu beeinflussen. Kurz: Die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen!

 

Ich wollte darüber schreiben, da es für mich unglaublich wichtig war, diese Erkenntnis zu haben. Durch sie bin ich Optimistin geworden und es fällt mir so viel leichter, voller Lebensfreude zu sein. Das Leben ist schön! An dieser Stelle möchte ich, dass Du dir kurz überlegst, was Dich heute glücklich gemacht hat. Sei dafür dankbar und schenke Dir ein Lächeln- so albern das klingt! :)