2. Byron Bay

Allein der Weg von Sydney nach Byron Bay war eine Erfahrung wert. Wir fuhren mit dem Greyhound Bus mehrere Stunden durch die Nacht und schliefen, bis uns der Busfahrer weckte um uns mehrere wildlebende Kängurus zu zeigen, die durch die Morgensonne hüpften. Das war das erste Mal, dass ich welche sah- was für ein Start in den Tag! Dann kamen wir in Byron an und ich verliebte mich auch hier direkt in diesen kleinen Ort. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn alles ist so schön hier. Ich beginne mal bei den Stränden, denn von diesen gibt es zwei, die so groß sind, dass man selbst mit Blick in die Ferne kein Ende sieht. Der Sand an diesen Stränden ist weiß und der Strand ist überall breit! Das Wasser ist ein Paradies für Surfer und man kann vom Leuchtturm sogar Wale beobachten. Der Leuchtturm trennt mit der Klippe, auf der er steht,  beide Strände voneinander. Wenn man dort oben steht kann man den zweiten Strand von oben betrachten, und das ist mit die schönste Aussicht, die es gibt! (hier oben im Bild zu sehen)

Direkt am Strand liegt das Zentrum des Ortes: Die Straßen sind gesäumt von süßen Cafes, Boutiquen mit feinster Bohomode, Einrichtungslädchen im Baumhausstil und viele tolle offene Bars. Überall an den Straßenecken spielen Gitarristen ihre Songs und wenn jemand barfuß läuft, so ist das nur normal, selbst in den Supermärkten. Byron ist umgeben von Wäldern, die fast schon an einen Regenwald erinnern und von den Vulkansteinen, die die Klippen aufbauen, heißt es, dass diese entspannend wirken. Ich glaube zwar nicht an die Kräfte von Steinen und Kristallen, aber dennoch finde ich den Gedanken schön und so habe ich meinen kleinen Vulkanstein im Portemonnaie immer bei mir. Viele spirituelle Menschen sagten mir, die Steine seien der Grund weshalb sich jeder in Byron Bay "peaceful und grounded" fühlt und dort bleiben will. Ich denke es liegt an der Tatsache, dass in Byron moderne Hippies leben - soll heißen, sie haben keine Achselhaare und rauchen nur Gras, sondern die Mädchen sind im sexy, süßen Bohokleid unterwegs und die Männer haben gepflegte lange Haare. Jeder ist ,so wie er ist, perfekt, man kann komplett man selber sein und Freundschaften werden schnell geschlossen. Dies ist ein Ort, an dem ich für immer wohnen könnte, wer weiß.. eines Tages vielleicht?

Unser erstes Hostel war der Hammer: mit Pool, Hängematten und 2 Min vom Strand entfernt. Natürlich war das erste was wir machten schwimmen zu gehen und uns zu sonnen.  Wir lernten schnell neue Freunde kennen und zogen aus dem Hostel aus um ein paat Tage bei einem Bekannten im Sharehouse zu übernachten. Seine Mitbewohner nahmen uns freundlich bei sich auf( typisch Australier  ) und zeigten uns das Leben der Einheimischen . Nach einer kurzen Nacht wurden wir von den Jungs geweckt und zu einem geheimen Strand geschleppt, worauf ich erstmal wenig Lust hatte, da ich so müde war.  Aber wenn ich eines in Australien bisher gelernt hatte, so war das zu jedem Ausflug yes zu sagen, denn was hätten wir alles verpasst wenn wir liegen geblieben wären. Die Autofahrt in einem alten Auto war schon super aufregend.. es ging durch einen Wald, der was von einem Dschungel hatte,  und die Straßen waren sandig und holprig. Der Strand war umgeben von Felsen an denen die Wellen zersprangen, doch das wilde Wasser konnte uns nicht aufhalten schwimmen zu gehen. Es war so schön und gleichzeitig gefährlich dort zu schwimmen, denn die Strömung war hart und stehen konnte man schwer .  Ein bisschen Panik war schon mit ihm Spiel als man fast gegen die Felsen geprallt wäre und Unmengen an Wasser schluckte. In solchen Situationen fühlt man sich aber doch gleichzeitig so wunderbar lebendig. Nachdem wir aus dem Meer gestiegen waren kletterten wir 10 Minuten an der Klippe hoch, dorthin wo kein Mensch normalerweise hingelangt. Von dort konnte man so weit über den Ozean sehen, wunderschöne Natur, aber keine Menschenseele, nur wir und ... WALE! Tatsächlich sahen wir sie  in der Ferne  plantschen, unglaublich! So eine tolle Zeit vorm Frühstück hatte ich noch nie erlebt. Jeder Tag war ein Erlebnis und ich war immer unterwegs, am erleben, und genießen und stand  freiwillig um 8 Uhr auf um nichts zu verschlafen! Das ist für mich sehr untypisch, wer mich kennt weiß das  . In Byron Bay startete ich zum ersten Mal mit Bikini- und Wet- T-Shirt- Contesten. Es klingt schlimmer als es ist und ich will ehrlich mit euch sein: Als Gewinnerin bekommt man bei solchen Veranstaltungen so zwischen 200-300$ und das ist für eine Backpackerin viel! Dabei muss ich allerdings sagen, dass der Trick bei den Wet-TShirt competitions ist die Mädels auf seine Seite zu bringen. Heißt: sich NICHT auszuziehen. Denn die Gewinnerin wird immer anhand Publikumsapplaus gewählt und Mädchen kreischen nun mal lauter als Männer. Diese kriegt man aber auch für sich, wenn man sexy tanzt. Glaubt mir ruhig, wenn ich das sage, denn ich habe IMMER das Geld abgesahnt und Preise gewonnen. So auch bei dem ersten Bikinicontest, wo ich mit Lisa zusammen auf die Bühne ging und wir einen Trip nach Nimbin gewannen. Nimbin ist ein kleines Dorf, wohl eher eine Hauptstraße mit ein paar Abzweigungen mitten im Regenwald bei Byron Bay. Wir fuhren morgens mit einem Bus durch die Wälder und an Wasserfällen vorbei um schließlich mitten in Nimbin herausgelassen zu werden. Bunte Häuser säumen diese eine große Straße, in denen es Museen zur Geschichte Nimbins gibt und einige Cafes. An sich klingt das alles total süß, aber die dunkle Seite sind die drogenabhängigen Bewohner, die teilweise mit Spritzen neben sich auf dem Bürgersteig liegen. Alle zwei Meter wurde man angesprochen, ob man leckere Cookies mit Spezialzutat kaufen möchte. In Nimbin ist es teilweise legal Drogen zu kaufen und zu sich zu nehmen und damit ist dieses Dörfchen das einzige in ganz Australien, wo die Polizei selber breit ist. Bei so einem kleinen Ort ist man schnell durch mit Besichtigen und so ging die Reise schon nach zwei Stunden zurück nach Byron Bay, wo wir die letzte Nacht verbrachten. Am nächsten Tag fuhren wir los Richtung Brisbane, unserem nächsten Stop auf unserem Weg in den Norden. In meinen Gedanken ging ich nochmals alles durch, was wir erlebt hatten: Viele Abende am Strand, Wanderungen zum Leuchtturm, wo wir ein Baby Känguru halten durften, schwimmen im hellblauen Meer, Hauspartys bei unseren Freunden und etliche Sonnenuntergänge stehen für eine unglaublich wunderschöne Zeit in Byron.