8. Cairns

Um sechs Uhr morgens kamen wir am letzten Ziel unserer Ostküstentour an: Cairns. Ich machte mich direkt fertig, nahm das Handynavi in die Hand und rannte durch Cairns um das Hostel zu finden, in dem Calle wohnte. Calle war der Schwede, den ich im Buschcamp in Noosa kennengelernt hatte und in den ich mich direkt verguckt hatte. Ich beschloss ihn damit zu überraschen in Cairns früher anzukommen als geplant und klopfte an seine Zimmertür. Als sein Freund aufmachte und er mich noch im Halbschlaf in der Tür stehen sah, wurden seine Augen so groß und mein Herz raste vor Freude. Den ganzen Tag über ließ er mich nicht mehr los und wir wurden schließlich doch ein festes Paar.  Im Nachhinein war das wohl nicht die beste Idee, aber ich will jedes Gefühl mit euch teilen, jeden wissen lassen, wie es mir wirklich ging und was ich wirklich alles erlebte. Natürlich erzähle ich nicht alles, aber Calle war ein wichtiges "Zahnrad" für den weiteren Verlauf der Ereignisse. Die wirkliche wahre Liebe, die ich in Australien erfahren durfte, war nicht Calle: Lisa und ich redeten oft darüber, wie sehr uns diese gesamte Zeit prägte. Wir lernten vieles lieben, aber vor allem uns selber. Jeder, der auf eine solche Reise mit vielen Emotionen geht wird das nachfühlen können und das ist das Fantastische am Reisen, man lernt Leute kennen, die mit sich selbst genauso im Reinen sind wie man selber, oder zumindest auf dem Weg sind, und dadurch erfährt man so viel wahre Freundschaft, dass man darin vollkommen aufblüht.

Doch zurück zu unserer Zeit in Cairns. Wir lebten in einem schönen und ruhigen Hostel mit Pool, direkt am Strand und gegenüber von der Lagoone. Wir hatten ein Zimmer mit einem Badezimmer wie in einem Hotel, einen Bartisch mit Kühlschrank und fetten Spiegeln an der Wand- ein echter Luxus für uns Backpacker. Wir verbrachten viele Tage mit den Schweden, an der Lagoone, gingen tagsüber auf Jobsuche und abends feiern.  Manchmal gingen wir auch auf Erlebnistour, wie an einem der tollsten Tage in unserer gesamten Zeit in Cairns. Lisa, Calle, seine Freunde und ich buchten eine Wasserfalltour für die wir früh aufstehen mussten um in unseren kleinen Tourbus zu steigen. Die Fahrt über schauten wir uns die wunderschöne Landschaft neben den  Serpentinen an oder sangen mit der Musik. Der erste Stop unserer Tour war ein wunderschöner See mit blau-grünem erfrischend kaltem Wasser, der so klar war, wie die Seen auf Fraser. Am Ufer sonnten wir uns, aßen Obstsalat und tranken Tee. In gemütlicher Runde lernte man die anderen Leute kennen und unterhielt sich mit den typischen Fragen und Antworten. Wieder im mit Blumen geschmückten Bus, tanzten und sangen wir bis wir zu dem ersten Wasserfall kamen. Dort sprangen wir direkt ins Wasser und sahen sogar Schildkröten und große Fische. Das Wasser des Wasserfalls prasselte aus zwanzig Metern Höhe auf uns herab als wir versuchten in die Höhle dahinter zu klettern.  Auch der zweite Wasserfall war wunderschön. Nach einem Gang über Treppen durch den Wald hörte man ganz  plötzlich sein lautes Plätschern. Leider war das Wasser zu kalt um darin schwimmen zu gehen, aber zum Fotos machen war es genug und den Weg absolut wert. Es  folgte Wasserfall Nr.3, der Krasseste von allen. Diesmal stand man nicht unten vor ihm, sondern oben auf der Klippe, wo es locker dreißig Meter  in die Tiefe ging. Ich hatte so Angst Fotos zu machen und traute mich nicht wie manch anderer nah an den Rand. Es gab sogar Leute, wie Calle, die mit den Füßen nach unten baumelnd am Rand des Abgrunds saßen, direkt neben der reißenden Strömung des Flusses. Da unsere ganze Tour ein Wasserfall Abenteuer war, folgte zu guter Letzt der vierte und geilste Wasserfall bei dem wir am längsten waren und den meisten Spaß hatten. Von weit oben plätscherte der Fluss über mehrere Stufen nach unten, sodass mehrere kleine Wasserfälle entstanden. Er erstreckte sich weit durch den Regenwald durch den wir wandern mussten um dieses schöne Etwas zu sehen. Der Wald war genauso wie man sich einen Regenwald vorstellt und alles roch nach Wildnis und nach Freiheit. Der Wasserfall inmitten dieser einschüchternden Natur schien zu sagen “ Ja, rutscht hier herunter,  ich könnte euch töten, aber habt euren Spaß! “ Wir rutschten die schräge Felswand mit dem Wasserstrom herunter. Es war so glitschig, dass es nicht wehtat auf dem Bauch oder sonst wie nach unten zu gleiten. Das war die tollste Rutsche die ich jemals gerutscht bin. An einem Baum neben den kleinen Seen die sich durch die Steinstufen entwickelt hatten, hing ein Seil, an dem man sich in's Wasser schwingen konnte, nachdem man den Baum hochgeklettert war. Wir kletterten an den Felsen entlang und rutschten, sprangen, fotografierten und lachten viel. Als wir weiter höher kletterten entdeckten wir einen anderen Wasserfall und einen anderen See, den wir obwohl sein Wasser unheimlich schwarz war, austesteten. Mit einem breiten Lächeln im Gesicht, Tim Tams und Tee beendeten wir den Tag im Regenwald und ließen uns müde in die Sitze des Buses fallen. Mit blau beleuchtetem Innenraum und „Findet Nemo“ auf dem Bildschirm, tuckerten wir in unserem Hippiebus durch die Berge zurück nach Cairns City. Der Busfahrer erzählte uns an diesem Tag viel und unter anderem auch von einem Crocodile hunter Job, bei dem man an einem Helikopter unten dran hängt und die Eier von den wildlebenden Krokodilen klaut, um diese dann zu einer Farm zu bringen. Lisa und ich wollten das natürlich unbedingt machen und riefen dort direkt an, denn wir waren ja auf Jobsuche. Doch leider war der Job bereits vergeben. Vielleicht ist das auch besser so, meine Eltern hätten die Krise gekriegt. Krokodile gab es auch schon so genug in Cairns. Dadurch, dass sie dort wild leben, ist es nicht erlaubt an den Strand zu gehen oder im Meer zu schwimmen, daher verbrachten wir unsere Auszeit immer an der Lagoone, die durch einen höhergelegenen Steg als Strandpromenade, sicher vor den Tieren ist. In dieser Stadt voller Flughunde, heißem schwülen Wetter und verrückten Vögeln, gibt es leider nicht viele kostenlose Dinge zu tun. Jedoch verbrachte ich viel Zeit in einem öffentlichen Gym, das nur aus ein Paar Geräten unter dem freien Himmel bestand. Dort trainierte ich oft mit Calle zusammen . Es fühlt sich richtig gut an endlich wieder Krafttraining zu machen anstatt immer nur Joggen gehen zu können. Wenn man danach mit einem Dip in den Pool belohnt wird und ein Frühstück mit seinen Liebsten folgt, ist das einfach ein perfekter Start in den Morgen. So gesund auch unsere Morgenstunden waren, unsere Nächte verbrachten wir dennoch mit viel Feierei. Cairns ist bekannt für seine vielen Bars mit Backpacker- Specials und dem jungen internationalen Publikum. An einem dieser besagten Abende schlug das Schicksal mal wieder zu: Nach dem Feiern fragte uns ein deutscher Typ, ob wir ein Auto brauchen und ob wir es für 180$ kaufen wollen. Wir waren total begeistert und tauschten Nummern aus. Ein paar Tage später machten wir ein Treffen aus, um uns das Schnäppchen mal anzuschauen und auszuprobieren. Es war ein kleines, weißes Auto’chen mit Gepäckbox auf dem Dach. Im Innenraum stank es nach alten Männerfüßen und wenn man die Scheibenwischer anmachte, quietschte es nervig laut. Lisa war total begeistert davon, dieses Auto zu kaufen, aber ich fand die Idee zu unserem nächsten Ziel zu fliegen  irgendwie besser, da es sicherer und billiger gewesen wäre. Doch es kam alles anders. Eines Abends wollte ich Geld abheben, doch der Geldautomat wollte einfach nicht nett sein und Geld ausspucken. Bis ich verstanden hatte, dass ich einfach kein Geld mehr auf dem Konto hatte, dauerte es eine Weile. Total verzweifelt machte ich mir zum ersten Mal in meinem Leben Gedanken über die Essensaufteilung und rechnete mir aus was ich mit den letzten paar Münzen alles bezahlen konnte. Ich bekam zwar immer mal Taschengeld von meinen Eltern und hatte gutes Geld verdient, jedoch ist es typisch für mich Geld auszugeben, ohne meine Finanzen vorher zu planen. Nunja,  da meine Tage in unserem Hostel auch noch abgelaufen waren, musste ich dringend einen kostenlosen Schlafplatz finden. Aus diesem Grund beschloss ich dem Autokauf zuzusagen und die kleine weiße Kiste war nun unser erstes eigenes Auto. Was ein Glück es doch war, dass das kleine Auto genau im richtigen Moment zu uns gefunden hatte. Nun konnte ich ein paar Nächte darin verbringen und war froh, dass sich Calle zu mir legte, sodass ich nicht alleine war. Zu ihm ins Zimmer konnte ich leider nicht, denn die Leute an der Rezeption kontrollierten Jeden der ein uns ausging und kannten auch jede Person, die in dem kleinen Hostel untergebracht war. Als ich meinen Mut diese Zeit zu überstehen und meine Lebenslust wieder hatte, gingen wir feiern um alle Sorgen für ein paar Stunden zu vergessen. Zufälligerweise war am selben Tag ein Wet T-Shirt Contest, bei dem wir glaubten 500$ gewinnen zu können. Also gingen wir in diesen Club und meldeten uns an. Und hier erzähle ich mal wie so etwas überhaupt abläuft: Zuerst trägt man sich in eine Teilnehmerliste mit Namen, Herkunft und Alter ein und wartet anschließend darauf, dass man in den Privatbereich zum Umziehen gerufen wird. Nüchtern, unsicher und total missmutig stand ich im Backstagebereich und zerschnibbelte das weiße T-Shirt was wir bekamen so weit, dass man nicht zu viel sah und ich mich wohlfühlte. Die aufgemotzten Tussen um uns herum standen schon jetzt halbnackt da und legten sich eine zweite Schicht Makeup auf. Aufgedreht quakten und kicherten sie siegessicher. Nach einer Weile kam der Moderator mit einer Liste in der Hand rein und verkündete die Reihenfolge – Nr. 1 war zu meinem Pech auch noch ich . Als ich hinter der Absperrung  in der Reihe ganz am Anfang stand und alle auf uns schauten, war meine Lockerheit komplett weg. Ich musste dieses Mal einfach gewinnen um wieder Geld zu haben und ich wusste, dass jedes dieser Mädchen mehr auf dem Konto hatte und es auch nicht so sehr gebraucht hätten wie ich, aber  trotzdem unglaublich motiviert waren das Ding zu rocken. An der Situation ändern konnte ich allerdings nichts mehr, also biss ich die Zähne zusammen und zwang mir ein Lächeln auf. Dann ging die Musik los und das Absperrband wurde von der Security zur Seite genommen. Da stand ich nun mit dem Rücken zur Menge mitten im Kegel des Scheinwerferlichts und wartete auf meinen Song. Als die Bässe endlich ertönten wurde mir auch schon ein Schwall Wasser übergeschüttet und ich tanzte so wie es mir im Blut lag. Nach 2 Minuten war alles wieder vorbei und ich musste am Rand warten bis alle zehn Mädels ihre Show hingelegt hatten. Die meisten entblößten sich direkt- ich erzählte bereits, dass ich das niemals tat und das aus einem guten Grund: Es war Zeit für die erste Entscheidung bei der durch Applaus entschieden wurde wer weiter kam. Jede Runde schieden zwei oder drei Mädchen aus und so ging es weiter und weiter und es wurde immer freizügiger. Ich kämpfte mich jedes Mal eine Runde weiter ohne ein Kleidungsstück zu verlieren und schaffte es in's Finale zu kommen und war überglücklich. Schließlich standen wir klitschnass zu dritt nebeneinander ( ich immer noch in meinem viel zu großen T-Shirt ) und wurden einzeln nach vorne gerufen um den letzten entscheidenden Applaus zu empfangen. Als dann der Moderator das Ergebnis verkündete und ich weder bei dem dritten noch beim zweiten Platz meinen Namen hörte, hätte ich heulen können vor Glück. Das war tatsächlich ein weiteres Mal, dass ich den 1. Platz belegte und das Geld abräumte. Ich hatte endlich wieder Geld für Essen und für eine Unterkunft, mein Frühstück musste endlich nicht mehr am BBQ Tisch gemacht werden und ich hatte wieder ein Bett im Hostel. Ich wusste das so zu schätzen, denn ich hatte mich niemals zuvor so hilflos gefühlt. Das Auto war nicht nur meine Rettung in schweren Stunden gewesen, sondern bot uns auch eine tolle Möglichkeit um einige Tagestouren zu den Unmengen von Wasserfällen um Cairns herum zu machen. Einer dieser Wasserfälle nannte sich „Crystal Cascades „ wo das klare Wasser durch ein Tal des Regenwaldes floss, Es war ein solch schöner und heißer Tag, dass wir direkt eine Dusche unter dem Wasserfall nahmen. Mir gefiel es dort so gut, dass ich mich ein weiteres Mal (leider an einem Regentag) mit  Calle im Gepäck dorthin aufmachte. Wir sprangen von den großen Felsbrocken in das strömende Nass und schauten anderen zu, wie sie die Felswände hochkletterten. Bei so viel Adrenalin bekam ich Lust was Verbotenes zu machen. Neben dem Wasserfall gab es eine unebene Straße, die fast senkrecht den Berg hochführte und von dem Fußgängerweg durch einen hohen Zaun mit Stacheldraht abgegrenzt wurde. Der Zutritt war verboten, doch wie eben erwähnt, hatte ich riesen Lust irgendetwas Aufregendes zu machen. Ich kletterte ganz flink über das Tor und krabbelte den Hügel hinauf, denn das rutschige Regenwasser machte es schwer aufrecht zu gehen (Wahrscheinlich war das auch der Grund warum man diesen Weg nicht betreten durfte). Oben angekommen war ich enttäuscht, dass man die weiteren Wasserfälle nur hören und nicht sehen konnte und drehte wieder um.

Die Unabhängigkeit mit unserem Auto hatte es uns angetan und so wagten Lisa und ich weitere Touren in die wilde Natur. So machten wir gleich auf zu dem größten Wasserfall, den ich bisher gesehen hatte. Der Weg dorthin führte eine Stunde lang über Serpentinen durch den Regenwald, es regnete, jedoch passte das Wetter so gut zu dem satten Grün der Pflanzen. Man konnte nicht direkt zu den Wasserfällen gehen, da sie über riesige Klippen führten, wo sich der Fluss schließlich in die Tiefe stürzte. Von einem Kilometer Entfernung aus, konnte man sie dafür in voller Pracht betrachten. Wir beschlossen einen Pfad durch den Regenwald zu nehmen um mehr von der wunderschönen Natur zu sehen und begegneten keinem anderen Menschen, was es nur aufregender machte. Es regnete mittlerweile in Strömen, doch unter dem dichten Blätterdach wurde man nicht allzu sehr nass. Wenn sich das Blätterdach auf den Hügeln lichtete so konnte man über die nebeligen Täler blicken, die wir zuvor hochgefahren waren. Es wurde Zeit  für den Rückweg. Ich war immer in Flipflops unterwegs und hatte mir deshalb auch angewöhnt Barfuß Auto zu fahren. Während ich am Steuer saß, zwickte mich etwas am Fuß, doch ich ignorierte es, da barfuß zu sein nicht immer bequem ist. Nach der Fahrt stieg ich aus und entdeckte drei Blutegel zwischen meinen Zehen, die ich aus den sumpfigen Wegen des Regenwaldes mitgebracht hatte. Ich fing an vor Ekel zu quietschen und beseitigte die Blutsauger mit einem meiner Schuhe. Das war das erste Mal, dass ich von einem australischen Tier verletzt wurde, es war auch nicht sonderlich schmerzvoll, dafür umso ekelhafter.  Das konnte uns allerdings nicht die Lust an unseren Touren nehmen. Für den nächsten Trip packten wir alle Schweden in unser kleines Auto und wir fuhren drei Stunden auf wunderschönen Küstenstraßen in den Norden zu der Insel „Cape Tribulation“. Beim Fahren hatte ich Angst, dass unser Auto einfach auseinander fällt , weil 5 Leute fast schon schwerer waren, als das Auto an sich. Es hielt dennoch bis zur Insel durch und brachte uns sicher an den berühmten Strand. Allerdings war schon wieder Regenwetter, weshalb wir nicht lange blieben und uns in den Regenwald zurückzogen. Dort sahen wir auf dem teilweise schwarzen Boden jede Menge schwarz-roter Krabben und auch einige Spinnen, die sich bei dem Regen sichtlich wohlfühlten. Endlich lockerte sich der Himmel auf und wir trauten uns in das quallenverseuchte Meereswasser hinein. Hätte einer von uns eine Begegnung mit einer giftigen Qualle gehabt, hätten wir Essig aus den Essigflaschen auf die Wunde schütten müssen, die überall am Strand unter den Warnschildern hingen. Man muss man sich in Australien erstmal daran gewöhnen, dass die atemberaubende Natur wild ist und überall Gefahren lauern können. Doch ich fühlte mich dadurch immer sehr lebendig und auch den anderen schien es so zu ergehen, denn wir vergaßen die Quallen und beschäftigten uns mit den Palmen an denen Kokosnüsse hingen und versuchten welche herunterzukriegen. Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem anderen Strand und einem Aussichtspunkt an und genossen das Ende des Tages und dass wir die lange Autofahrt überstanden hatten. Zwischen den vielen Abenteuern suchten wir nach Jobs, was nicht so gut lief, denn nur für ein paar Wochen eine gutbezahlte Arbeit zu finden ist nicht leicht. Zum Glück fand ich in einem Hostel eine Arbeit im Housekeeping, wo ich für freie Unterkunft nur die Zimmer der Gäste putzen musste. Das Hostel war im Vintagestil eingerichtet, jedes Zimmer hatte einen anderen Charme und die die vielen grünen Pflanzen gaben dem Ganzen diesen speziellen Baumhausstil, den ich so liebe. Ich fühlte mich im Dreamtime- Hostel sehr wohl, die Leute waren sehr nett und es gab auch eine Leinwand neben dem Pool, wo wir einmal in der Woche Filme schauten, jedoch zog es uns weiter auf die nächste Reise.. Auch wenn Cairns nie meine Lieblingsstadt war, so fiel der Abschied doch sehr schwer, denn in jeder Stadt findet man irgendwann ein Zuhause und es ist schön einem Alltag zu folgen und sich keine Gedanken zu machen. Aber das gehört zum Reisen dazu: Abschied nehmen von den Momenten an der Lagoone als Calle mich in die Luft hob und in's Wasser warf, von den Abenden im Club mit Lisa und /oder den Schweden (besonders lustig am "mexican monday" mit Sombreros auf), von den wöchentlichen BBQs am Meer, von den Kino Dates, dem fast täglichen Training mit Calle und die Unternehmungen mit unserem Auto … all das ist in meinem Kopf für immer gespeichert, wenn ich an Cairns denke. Der Abschied von der Stadt und von meinem Freund war deswegen ziemlich schlimm, zumal wir beide nicht wussten wann wir uns wiedersehen würden, denn Calle musste schon bald nach Schweden zurückfliegen. Wir blieben zwar noch zusammen, da wir wirklich glaubten eine solche Fernbeziehung würde halten, aber bis heute habe ich ihn nie wieder gesehen. Von dem Gedanken wollte ich mich allerdings nicht runterziehen lassen, glaubte wie immer an das Gute und ließ mir unseren nächsten Trip nicht vermiesen. Wir stiegen in unser Auto, ich wischte mir die Tränen vom Gesicht, winkte den Schweden zum Abschied zu und dann begann der schönste Roadtrip unseres Lebens...