Die 24 Stunden nach Australien

Am Tag meiner Abreise heulte und lachte ich abwechselnd. Freunde besuchten mich und sagten mir auf Wiedersehen, drückten mich fest und ich konnte mir kaum vorstellen sie so lange Zeit nicht mehr zu sehen. Meine Taschen standen bereit und ich wartete nur noch darauf, dass es losgehen konnte. Ich hatte doch tatsächlich einen Backpacker Rucksack, einen großen Koffer und noch eine große Sporttasche als Gepäck. Ich weiß selbst nicht wieso ich auf die Idee kam so viel Sachen mitzunehmen, jedoch sollte das alles kein Problem sein und war im Endeffekt schlauer als gedacht (Bericht darüber ist später nachzulesen). Das Schwerste an diesem Tag war allerdings nicht mein Gepäck, sondern die Tatsache, dass ich wusste, sobald ich weg bin ist auch die Beziehung zu meinem damaligen Freund hinüber. Aber diese Flamme in mir hatte schon lange angefangen zu züngeln und ich wusste, ich muss diese Reise machen, ich brauchte das ! Also ließ ich ihn gehen und setzte mich ins Auto meiner Mum, mit einer Freundin auf dem Rücksitz, und fur Richtung Flughafen. Es regnete und gewitterte und auch meine Wangen wollten nicht aufhören nass zu werden! Dennoch war ich froh von dem Wetter wegzukommen und dem kommenden Herbst zu entfliehen. Ich hatte über die Seite meiner Agentur mit einem Mädchen geschrieben, die in dem selben Flieger sitzen würde. Mit ihr hatte ich ausgemacht, dass wir uns am BagDrop treffen, damit wir beide nicht allzu alleine sein mussten. Doch nun war es mir peinlich mich ihr mit verheulten Augen vorzustellen und ich versuchte mich bis zum Flughafen zusammenzureißen. Als wir dann aber am Check in Schalter standen wurde mir klar, dass ich bald alleine sein würde, zumindest weg von den Menschen, die ich kannte und liebte, danach würde ich nur noch neue Bekanntschaften machen. Und schon liefen die Tränen wieder. Dann sah ich sie da stehen... das Mädchen mit dem ich geschrieben hatte und dachte zuerst wie hübsch sie doch aussah und wie verheult ich aussehen musste. Mir war das Ganze so peinlich, dass ich meine Freundin vorschickte, sie zu holen. Im Nachhinein total witzig, denn dieses Mädchen ist nun meine beste Freundin. Sie stellte sich mir mit 'Lisa' vor und wir verstanden uns direkt. Sie konnte auch verstehen, weshalb ich so traurig war und sie tröstete mich mit emotionalen Geschichten von ihrem Abschied. Ich fühlte mich sofort wohl mit ihr, was mir die Verabschiedung von meiner Mum leichter machte. Nun war es soweit...ich war alleine, naja nicht ganz, Lisa war ja da. Im Flugzeug setzten wir unsere Nachbarn so, dass wir nebeneinander sitzen konnten und so hatten wir genug Zeit uns auf dem Flug kennenzulernen. Auch beim nächsten Flug gab ich meinen Fensterplatz für einen Platz neben Lisa auf, sodass wir auch weitere 14 Stunden reden und Filme gucken konnten... 

Sie hatte mein Herz direkt erobert und seit diesem Moment verspürte ich kein einziges Mal in den ganzen Monaten Heimweh und mein Herzschmerz war von einer Sekunde auf die nächste für immer verflogen.